Die Türkei gehört mit Istanbul, der Türkischen Riviera, der Ägäisküste und Kappadokien zu den beliebtesten Reisezielen im östlichen Mittelmeerraum. Für einen gewöhnlichen Bade- oder Städteurlaub sind viele Regionen gut erschlossen und problemlos bereisbar. Die Sicherheitslage unterscheidet sich jedoch regional, insbesondere zwischen den klassischen Feriengebieten und den Grenzregionen im Südosten des Landes.[3][4]
Kurz gesagt: Ein Türkei-Urlaub ist in den klassischen Touristengebieten grundsätzlich nicht gefährlich. Istanbul, Antalya, Side, Alanya, Izmir, Bodrum und Kappadokien können mit normaler Aufmerksamkeit gut bereist werden. In den unmittelbaren Grenzgebieten zu Syrien und Irak ist dagegen deutlich erhöhte Vorsicht erforderlich.[3][4]
Das Auswärtige Amt beschreibt die Gewaltkriminalität in der Türkei als vergleichsweise gering. Im touristischen Alltag sind eher Taschendiebstahl, Betrugsversuche und Straßenverkehr relevant.[3]
Kriminalitätsindex der Türkei

Quelle Numbeo
Nach den aktuellen Daten von Numbeo liegt der Kriminalitätsindex der Türkei bei 41,33 Punkten. Der Sicherheitsindex beträgt 58,67 Punkte.[1]
| Kriminalitätsindex | 41,33 |
| Sicherheitsindex | 58,67 |
| Sicherheit allein tagsüber | 73,70 – hoch |
| Sicherheit allein nachts | 48,80 – moderat |
| Mitwirkende | 3.253 |
| Letzte Aktualisierung | September 2026 |
* Die Werte entsprechen dem jeweiligen Stand der Quellen und können sich im Laufe der Zeit verändern.
Die Numbeo-Daten beruhen auf den Einschätzungen von Besuchern der Plattform während der vergangenen drei Jahre und stellen keine amtliche Kriminalitätsstatistik dar. Das wahrgenommene Sicherheitsgefühl fällt am Tag deutlich höher aus als in der Nacht.[1]
Die private Reise-Sicherheitsplattform TravelSafe Abroad bewertet die Türkei mit einem Safety Index von 45 von 100 Punkten. Die Bewertung wurde zuletzt am 18. März 2026 aktualisiert.[2]
Der TravelSafe-Wert fällt deutlich zurückhaltender aus als die reine Numbeo-Kriminalitätsbewertung. Beide Werte sollten wegen der unterschiedlichen Methoden nicht direkt miteinander verglichen werden; für die konkrete Reiseplanung sind insbesondere aktuelle regionale Behördenhinweise entscheidend.
Gibt es aktuell eine Reisewarnung für die Türkei?
Für die Türkei besteht derzeit keine landesweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Von allen nicht zwingend erforderlichen Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Syrien und Irak wird jedoch abgeraten.[3]
Das britische FCDO rät zusätzlich von sämtlichen Reisen innerhalb von zehn Kilometern zur syrischen Grenze ab. Das US-Außenministerium führt die Türkei aktuell auf Level 2 – Exercise Increased Caution und rät ebenfalls von Reisen in die Grenzregionen zu Syrien und Irak ab.[4][6]
Lesen Sie auch: Ist Urlaub in Side und Kumköy gefährlich?
Welche Regionen in der Türkei sollte man meiden?
Die strengsten Sicherheitshinweise betreffen vor allem den Südosten und unmittelbare Grenzregionen. Die großen Urlaubsgebiete an der Mittelmeer- und Ägäisküste gehören dagegen nicht zu diesen Warngebieten.[3][4][6]
| Unmittelbares Grenzgebiet zu Syrien | Das Auswärtige Amt rät von allen nicht zwingend erforderlichen Reisen in die syrischen Grenzgebiete, insbesondere in Teilen der Provinzen Şanlıurfa und Mardin, ab. Das FCDO geht weiter und rät von sämtlichen Reisen innerhalb von zehn Kilometern zur syrischen Grenze ab.[3][4] |
| Grenzgebiet zum Irak | Auch im unmittelbaren Grenzgebiet zum Irak bestehen Risiken durch die Sicherheitslage auf der anderen Seite der Grenze. Nicht notwendige Reisen sollten nach Empfehlung des Auswärtigen Amts vermieden werden.[3] |
| Grenznahe Bereiche in Hakkari | Für bestimmte Gebiete nahe den Grenzen zu Irak und Iran ist eine Genehmigung der lokalen Behörden erforderlich. Reisende sollten sich vor einer Fahrt über aktuelle Beschränkungen informieren.[4] |
| Grenzgebiet zwischen Türkei und Syrien | Zusätzlich zur allgemeinen Sicherheitslage besteht in Teilen der Grenzregion Minengefahr. Das Fotografieren im unmittelbaren Grenzgebiet ist ebenfalls streng untersagt.[3] |
| Berg Ararat | Der Berg Ararat in der Provinz Ağrı liegt in einer besonderen militärischen Zone. Für einen Besuch beziehungsweise eine Besteigung ist eine behördliche Genehmigung erforderlich.[4] |
Die genannten Einschränkungen betreffen damit nur einen begrenzten Teil des Landes. Für einen typischen Urlaub in Istanbul, an der Türkischen Riviera, an der Ägäisküste oder in Kappadokien liegen diese Gebiete weit außerhalb der üblichen Reiserouten.
Welche Reiseziele in der Türkei sind für Touristen geeignet?
Die Türkei verfügt über zahlreiche etablierte Ferienregionen mit guter touristischer Infrastruktur. Besonders die großen Städte, Küstenregionen und Kappadokien eignen sich gut für individuelle und organisierte Reisen.
| Istanbul | Istanbul gehört zu den wichtigsten Städtereisezielen des Landes und kann mit üblichen Vorsichtsmaßnahmen gut besucht werden. Sehenswürdigkeiten, öffentliche Verkehrsmittel und touristische Viertel sind gut erschlossen; in stark frequentierten Bereichen sollte vor allem auf Wertsachen geachtet werden.[3][7] |
| Antalya und Türkische Riviera | Antalya sowie Ferienorte wie Side, Belek, Kemer und Alanya gehören zu den am stärksten touristisch erschlossenen Regionen der Türkei. Der aktuelle Numbeo-Kriminalitätsindex von Antalya liegt auf niedrigem Niveau.[10] |
| Izmir und Ägäisküste | Izmir eignet sich gut als Ausgangspunkt für Reisen an die türkische Ägäisküste. Auch bekannte Ferienorte und historische Ziele in der weiteren Region können mit normalen Vorsichtsmaßnahmen gut besucht werden.[9] |
| Bodrum | Die Halbinsel Bodrum gehört zu den etablierten Ferienregionen an der Ägäis und verfügt über eine umfassende touristische Infrastruktur. Für gewöhnliche Urlaubsreisen bestehen keine besonderen regionalen Sicherheitswarnungen. |
| Kappadokien | Göreme, Ürgüp und die umliegenden Täler gehören zu den wichtigsten Kultur- und Naturzielen Zentralanatoliens. Die Region liegt weit entfernt von den südöstlichen Grenzgebieten und ist für touristische Rundreisen gut geeignet. |
Lesen Sie auch: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Istanbul
Die wichtigsten Risiken und Sicherheitstipps für einen Türkei-Urlaub
In den klassischen Ferienregionen geht es für die meisten Reisenden vor allem um alltägliche Sicherheitsrisiken. Einige landesweite Themen sollten dennoch bei der Reiseplanung berücksichtigt werden.
| Taschendiebstahl und Passdiebstahl | In Istanbul und an stark frequentierten Orten wurden Fälle von Taschendiebstahl gemeldet. Tragen Sie Wertsachen körpernah und bewahren Sie Pass oder Ersatzdokumente möglichst sicher in der Unterkunft auf.[3][5] |
| Betrugsversuche | Besonders in Istanbul wurden Fälle bekannt, bei denen Touristen unter einem Vorwand in Lokale gelockt und anschließend zur Zahlung stark überhöhter Rechnungen gedrängt wurden. Nehmen Sie ungefragte Einladungen von Unbekannten nicht vorschnell an.[3] |
| Terrorismus | Das höhere regionale Sicherheitsrisiko betrifft vor allem den Südosten und die Grenzgebiete zu Syrien und Irak. Die klassischen Ferienregionen an Mittelmeer und Ägäis liegen außerhalb der aktuellen regionalen Warngebiete und sind im Vergleich deutlich unproblematischer. Ein allgemeines Restrisiko kann dennoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.[4][5] |
| Demonstrationen | Vor allem in Istanbul, Ankara und anderen größeren Städten finden regelmäßig Kundgebungen statt. Diese können Verkehrswege beeinträchtigen oder kurzfristig eskalieren. Halten Sie Abstand zu Demonstrationen und größeren Menschenansammlungen.[3][5] |
| Sexuelle Übergriffe | Vereinzelt wurden ausländische Reisende, insbesondere allein oder in kleinen Gruppen reisende Frauen, Opfer sexueller oder anderer gewaltsamer Übergriffe. An abgelegenen Orten und bei Unternehmungen mit wenig bekannten Personen ist zusätzliche Vorsicht sinnvoll.[3] |
| Straßenverkehr | Der Straßenverkehr ist insbesondere in großen Städten dicht und teilweise unübersichtlich. Verkehrsregeln werden nicht immer konsequent eingehalten. Fahren Sie defensiv und vermeiden Sie möglichst längere Fahrten über unbekannte Landstraßen nach Einbruch der Dunkelheit.[3] |
| Erdbeben | Große Teile der Türkei liegen in erdbebengefährdeten Regionen. Machen Sie sich vor der Reise mit grundlegenden Verhaltensregeln vertraut und beachten Sie im Ernstfall die Hinweise der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD.[3][5] |
| Waldbrände | Während der heißen Sommermonate treten insbesondere in den südlichen und westlichen Küstenregionen regelmäßig Waldbrände auf. Folgen Sie Evakuierungsanweisungen und betreten Sie keine gesperrten Waldgebiete.[3][5] |
| Starkregen und Überschwemmungen | Starkregen kann regional zu Überschwemmungen oder Erdrutschen führen, insbesondere in tiefer gelegenen Gebieten und auf Natur- oder Bergstrecken. Für einen normalen Stadt- oder Badeurlaub ist dies meist kein dauerhaftes Risiko; relevant wird es vor allem bei konkreten Unwetterwarnungen.[3] |
Lesen Sie auch: Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Manavgat
Kriminalitätsindex ausgewählter Städte in der Türkei
Numbeo veröffentlicht für mehrere große Städte und Ferienorte eigene aktuelle Werte. Für die Übersicht verwenden wir ausschließlich den Kriminalitätsindex.[7][8][9][10][11]
| Istanbul | 47,96 |
| Ankara | 39,34 |
| Izmir | 33,49 |
| Antalya | 29,04 |
| Alanya | 18,38 |
* Die Werte entsprechen dem jeweiligen Stand der Quellen und können sich im Laufe der Zeit verändern.
Istanbul weist in dieser Auswahl den höchsten Kriminalitätsindex auf. Die Ferienorte Antalya und Alanya schneiden deutlich sicherer ab; der Alanya-Wert basiert allerdings auf einer kleineren Stichprobe.[7][10][11]
Wo in der Türkei übernachten? Die besten Unterkünfte
Je nach Reiseart eignen sich die Metropolen, die Mittelmeer- und Ägäisküste oder Zentralanatolien als Ausgangspunkt. Besonders beliebt sind Istanbul, Antalya, Izmir, Bodrum und Kappadokien.
* Mit einem Sternchen gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.
Die Türkei mit geführten Touren erkunden
Geführte Touren werden besonders in Istanbul, Kappadokien, Ephesos sowie in den Ferienregionen rund um Antalya angeboten. Gerade bei längeren Ausflügen zu archäologischen Stätten oder in weniger bekannte Regionen kann eine organisierte Tour die Routenplanung deutlich vereinfachen.
Notrufnummern in der Türkei
Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind in der Türkei über die landesweite Notrufnummer 112 erreichbar.[12]
| Allgemeiner Notruf | 112 |
| Polizei | 112 |
| Feuerwehr | 112 |
| Rettungsdienst | 112 |
| Deutscher Bereitschaftsdienst in der Türkei | +90 532 111 91 05 |
Für die deutschen Auslandsvertretungen in Ankara, Istanbul, Izmir und Antalya besteht ein gemeinsamer Bereitschaftsdienst für dringende Notfälle deutscher Staatsangehöriger. Aktuelle Informationen finden Sie auf der Website der deutschen Auslandsvertretungen in der Türkei.[13]
Schlusswort
Ein Urlaub in der Türkei ist in den klassischen Ferienregionen grundsätzlich gut möglich. Gewaltkriminalität ist vergleichsweise gering ausgeprägt, und Reiseziele wie Istanbul, Antalya, Izmir, Bodrum oder Kappadokien können mit üblichen Vorsichtsmaßnahmen besucht werden.[1][3]
Deutlich anders ist die Lage in den unmittelbaren Grenzregionen zu Syrien und Irak. Dort gelten aufgrund regionaler Konflikte, Terrorismusrisiken und teilweise bestehender Minengefahr strengere Sicherheitshinweise.[3][4][6]
Wer diese Gebiete meidet, Demonstrationen fernbleibt, an touristischen Orten auf Wertsachen achtet und aktuelle Hinweise zu Naturgefahren verfolgt, kann die wichtigsten Urlaubsregionen der Türkei in der Regel gut bereisen.
Verwendete Quellen:
- [1] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/land/Turkei
- [2] https://www.travelsafe-abroad.com/turkey/
- [3] https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/tuerkeisicherheit-201962
- [4] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/turkey/regional-risks
- [5] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/turkey/safety-and-security
- [6] https://travel.state.gov/en/international-travel/travel-advisories/turkey.html
- [7] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Istanbul
- [8] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Ankara
- [9] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Izmir
- [10] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Antalya
- [11] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Alanya-Turkei
- [12] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/turkey/getting-help
- [13] https://tuerkei.diplo.de/tr-de/service/hilfe-fuer-deutsche-1513832






