Zuletzt aktualisiert am 25.09.2026
Baku, Scheki und die Bergregionen des Großen Kaukasus gehören zu den wichtigsten Zielen einer Aserbaidschan-Reise. Im normalen Reisealltag ist schwere Gewaltkriminalität vergleichsweise selten; eine klare Ausnahme bilden jedoch Karabach und das Grenzgebiet zu Armenien, für die weiterhin eine Teilreisewarnung gilt.[3]
Kurz gesagt: Aserbaidschan ist im touristischen Alltag überwiegend ein vergleichsweise sicheres Reiseziel, aber nicht landesweit. Das größte geografisch begrenzte Sicherheitsproblem sind Karabach und die armenische Grenzregion, während in den übrigen Landesteilen eher Verkehr, Kleinkriminalität und lokale Vorschriften relevant sind.
Kriminalitätsindex von Aserbaidschan

Quelle Numbeo
Nach den aktuellen Daten von Numbeo liegt der Kriminalitätsindex von Aserbaidschan bei 30,91 Punkten. Der Sicherheitsindex erreicht 69,09 Punkte.[1]
| Kriminalitätsindex | 30,91 |
| Sicherheitsindex | 69,09 |
| Sicherheit allein tagsüber | 84,04 – sehr hoch |
| Sicherheit allein nachts | 64,44 – hoch |
| Mitwirkende | 316 |
| Letzte Aktualisierung | September 2026 |
* Die Werte entsprechen dem jeweiligen Stand der Quellen und können sich im Laufe der Zeit verändern.
Die Werte beruhen auf den Einschätzungen der Besucher von Numbeo während der vergangenen drei Jahre und sind keine amtliche Kriminalitätsstatistik. Besonders hoch fällt das subjektive Sicherheitsgefühl am Tag aus. Auch für das alleinige Gehen bei Nacht liegt der Wert über 60 Punkten.[1]
Auch TravelSafe Abroad bewertet die Sicherheit des Landes, kommt jedoch zu einer deutlich vorsichtigeren Gesamteinschätzung. Die private Plattform vergibt für Aserbaidschan einen Safety Index von 51 von 100 Punkten. Die Länderbewertung wurde zuletzt am 22. Dezember 2025 aktualisiert.[2]
Die Werte sollten nicht direkt miteinander verrechnet werden. Numbeo konzentriert sich auf die Wahrnehmung von Kriminalität und Sicherheit, während TravelSafe Abroad zusätzlich unterschiedliche Reiserisiken berücksichtigt. Für aktuelle Reisewarnungen und regionale Gefahren sind deshalb offizielle Behördenhinweise maßgeblich.
Gibt es aktuell eine Reisewarnung für Aserbaidschan?
Ja. Das Auswärtige Amt führt derzeit eine Teilreisewarnung für Aserbaidschan.[3]
Sie betrifft Karabach und das gesamte Grenzgebiet zu Armenien. Außerhalb dieser Gebiete besteht keine landesweite Reisewarnung; die wichtigsten Einschränkungen und Risiken der betroffenen Regionen sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst.[3]
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Welche Regionen in Aserbaidschan sollte man meiden?
Die aktuelle Teilreisewarnung betrifft klar abgegrenzte Gebiete. Besonders relevant sind Minen, Blindgänger und Zugangsbeschränkungen in früheren Konfliktregionen und entlang der Grenze zu Armenien.[3]
| Region Karabach | Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Region. Große Gebiete sind vermint und können weiterhin Sprengfallen oder Blindgänger enthalten.[3] Betreten Sie ausschließlich offiziell freigegebene Bereiche. |
| Grenzgebiet zu Armenien | Für das gesamte Grenzgebiet besteht eine Teilreisewarnung.[3] Halten Sie sich von der Grenze fern und verlassen Sie keine freigegebenen Straßen oder Wege. |
| Grenze Nachitschewan–Armenien | Auch dieser Abschnitt ist ausdrücklich von der deutschen Warnung und der Minengefahr erfasst.[3] Grenznahe Ausflüge sollten deshalb nicht eigenständig unternommen werden. |
| Südwestliche ehemalige Konfliktgebiete | Das britische Außenministerium nennt unter anderem Kalbajar, Lachin, Qubadli, Zangilan, Jabrayil, Fuzuli, Khojavand, Shusha, Khojali, Khankendi, Aghdam und Tartar.[4][6] In nicht geräumten Gebieten besteht weiterhin Gefahr durch Minen und nicht explodierte Kampfmittel. |
Die Warnungen bedeuten nicht, dass Aserbaidschan insgesamt ein Sperrgebiet für Touristen ist. Die klassischen Reiserouten rund um Baku und zahlreiche Ziele im Norden und Zentrum des Landes liegen außerhalb der deutschen Warngebiete.[3]
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Welche Reiseziele in Aserbaidschan sind für Touristen geeignet?
Außerhalb der Warngebiete gibt es mehrere etablierte Reiseziele. Bei längeren Rundreisen sollte trotzdem vor jeder Etappe geprüft werden, ob aktuelle Sperrungen oder besondere Hinweise bestehen.[3]
| Baku | Die Hauptstadt ist das wichtigste touristische Zentrum des Landes. Das britische Außenministerium bezeichnet das Kriminalitätsniveau in Baku grundsätzlich als niedrig; möglich sind jedoch Taschendiebstahl und vereinzelte Überfälle, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit.[5] |
| Scheki | Die historische Stadt im Nordwesten gehört nicht zu den vom Auswärtigen Amt genannten Warngebieten. Bei Fahrten durch den Kaukasus sollten Wetter und Straßenverhältnisse berücksichtigt werden.[3] |
| Gabala | Das Berg- und Naturreiseziel liegt außerhalb der aktuellen Teilreisewarnung. Auf ländlichen Straßen können unzureichende Beschilderung, Tiere auf der Fahrbahn und wetterbedingte Behinderungen auftreten.[3] |
| Quba | Quba ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Reisen in den Großen Kaukasus. In Bergregionen können Erdrutsche, Überschwemmungen, Schnee und Eis vorübergehend zu Straßensperrungen führen.[3] |
| Gandscha | Die große Stadt im Westen liegt außerhalb der aktuellen deutschen Warngebiete. Bei Weiterfahrten in Richtung Südwesten sollte die geplante Route jedoch mit den Warnhinweisen für frühere Konfliktgebiete abgeglichen werden.[3] |
Die wichtigsten Risiken und Sicherheitstipps für einen Aserbaidschan-Urlaub
Für Besucher klassischer Reiseziele stehen andere Probleme im Vordergrund als in den ehemaligen Konfliktgebieten. Neben der Minengefahr in bestimmten Regionen sind insbesondere Straßenverkehr, Kleinkriminalität und lokale Vorschriften relevant.
| Minen und Blindgänger | Karabach und die armenische Grenzregion können weiterhin mit Minen, Sprengfallen und nicht explodierten Kampfmitteln belastet sein.[3][4][7] Betreten Sie keine gesperrten Flächen und bleiben Sie in sensiblen Gebieten ausschließlich auf offiziell freigegebenen Routen. |
| Straßenverkehr | Das Unfallrisiko ist laut Auswärtigem Amt erheblich höher als in Deutschland.[3] Fahren Sie defensiv, vermeiden Sie Nachtfahrten abseits der Hauptstraßen und rechnen Sie mit Straßenschäden, fehlender Markierung und Tieren auf der Fahrbahn. |
| Taschendiebstahl und Überfälle | Kleinkriminalität kann vereinzelt vorkommen, besonders in Menschenmengen und an Verkehrsknotenpunkten.[3] Tragen Sie Geld, Dokumente und Smartphone körpernah und zeigen Sie Wertgegenstände nicht unnötig offen. |
| Manipulierte Getränke | Das Auswärtige Amt weist auf vereinzelte Fälle hin, bei denen Getränke mit betäubenden Substanzen versetzt wurden.[3] Lassen Sie Getränke nicht unbeaufsichtigt und nehmen Sie keine offenen Getränke von unbekannten Personen an. |
| Taxi und Kartenbetrug | Besucher berichten über stark überhöhte Taxipreise, während das FCDO auch vor Card Skimming warnt.[5] Nutzen Sie bekannte Taxi-Apps, klären Sie Preise vorher und verwenden Sie möglichst Geldautomaten innerhalb von Banken. |
| Demonstrationen | Proteste können vereinzelt stattfinden und zu einem starken Aufgebot von Sicherheitskräften führen.[3] Meiden Sie Demonstrationen und größere politische Menschenansammlungen weiträumig. |
| Fotografieren und Drohnen | Militärische Anlagen dürfen nicht fotografiert werden.[3] Reisende ohne Aufenthaltsrecht dürfen laut britischen Reisehinweisen außerdem keine Drohnen einführen; Geräte können bei der Einreise beschlagnahmt und erst bei der Ausreise zurückgegeben werden.[5] |
| Erdbeben | Aserbaidschan liegt in einer seismisch aktiven Zone.[3] Beachten Sie lokale Warnungen und machen Sie sich mit den grundlegenden Verhaltensregeln bei stärkeren Erschütterungen vertraut. |
| Terrorismus | Britische und US-amerikanische Reisehinweise weisen auf ein mögliches Terrorismusrisiko hin.[5][7] Bleiben Sie an stark frequentierten Orten aufmerksam und folgen Sie bei Sicherheitsereignissen den Anweisungen der lokalen Behörden. |
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Sicherheitsindex ausgewählter Städte in Aserbaidschan
Für mehrere touristisch relevante Städte veröffentlicht TravelSafe Abroad eigene Sicherheitsbewertungen. Um auch einen Ort mit einem deutlich niedrigeren Sicherheitswert einzubeziehen, ergänzen wir die Übersicht um Sumgait. Für die Stadt liegt ein aktueller Numbeo-Sicherheitsindex von 53,07 Punkten vor. Die Werte stammen daher nicht vollständig aus derselben Quelle und dienen vor allem als grobe Orientierung innerhalb des Landes.[2][12]
| Baku | 65 |
| Scheki | 88 |
| Gabala | 87 |
| Quba | 86 |
| Gandscha | 83 |
| Lankaran | 80 |
| Sumgait | 53,07 |
* Die Werte entsprechen dem jeweiligen Stand der Quellen und können sich im Laufe der Zeit verändern.
Die Werte stammen aus derselben privaten Bewertungsmethode und ermöglichen deshalb einen einheitlichen Vergleich innerhalb des Landes. Sie sind jedoch keine amtlichen Kriminalitätsdaten und bilden aktuelle Reisewarnungen für bestimmte Regionen nicht automatisch ab.[2]
Wo in Aserbaidschan übernachten? Die besten Unterkünfte
Für eine Rundreise eignen sich je nach Route mehrere Städte als Ausgangspunkt. Die folgende Übersicht umfasst einige der wichtigsten touristischen Ziele Aserbaidschans.
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Aserbaidschan mit geführten Touren erkunden
Viele organisierte Ausflüge starten in Baku und führen beispielsweise nach Gobustan, auf die Halbinsel Abscheron oder in Richtung Kaukasus. Auch für Gabala, Scheki und Quba gibt es geführte Tages- und Mehrtagestouren.
Notrufnummern in Aserbaidschan
Für schwere Unfälle, Brände, Naturkatastrophen und andere Notlagen betreibt das aserbaidschanische Ministerium für Notfallsituationen die kostenlose 112-Hotline. Sie ist rund um die Uhr erreichbar.[8]
| Allgemeiner Notfall / Rettung | 112 |
| Feuerwehr | 101 |
| Polizei | 102 |
| Rettungswagen | 103 |
| Deutsche Botschaft Baku – Bereitschaftsdienst | +994 (0)50 243 01 24 |
Die Polizei ist über 102 erreichbar, während 101 für die Feuerwehr und 103 für medizinische Notfälle verwendet werden.[9][10] Bei dringenden konsularischen Notfällen können sich deutsche Staatsangehörige außerhalb der Öffnungszeiten zusätzlich an den Bereitschaftsdienst der Deutschen Botschaft wenden.
Aktuelle Angaben zur Erreichbarkeit finden Sie auf der Website der Deutschen Botschaft Baku.[11]
Schlusswort
Für klassische Reiseziele wie Baku, Scheki oder Gabala ist Aserbaidschan aufgrund der gewöhnlichen Kriminalität kein außergewöhnlich gefährliches Reiseland. Das Auswärtige Amt beschreibt die Gewaltkriminalität als vergleichsweise gering ausgeprägt, und der aktuelle Numbeo-Kriminalitätsindex liegt bei 30,91 Punkten.[1][3]
Die wichtigste Einschränkung ist die Teilreisewarnung für Karabach und das gesamte Grenzgebiet zu Armenien. Minen, Sprengfallen, Blindgänger und Zugangsbeschränkungen machen diese Gebiete für einen gewöhnlichen Urlaub ungeeignet.[3]
Wer die offiziellen Warngebiete meidet, seine Route vor längeren Fahrten prüft und im Straßenverkehr defensiv unterwegs ist, kann viele der praktischen Risiken reduzieren. In Städten bleiben vor allem der Schutz von Wertsachen, Aufmerksamkeit bei Taxi- und Kartenzahlungen sowie das Beachten lokaler Vorschriften relevant.
Verwendete Quellen:
- [1] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/land/Aserbaidschan
- [2] https://www.travelsafe-abroad.com/azerbaijan/
- [3] https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/aserbaidschansicherheit-201888
- [4] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/azerbaijan
- [5] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/azerbaijan/safety-and-security
- [6] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/azerbaijan/regional-risks
- [7] https://travel.state.gov/en/international-travel/travel-advisories/azerbaijan.html
- [8] https://fhn.gov.az/az/elaqe/112-zeng-merkezi
- [9] https://mia.gov.az/en/contact/
- [10] https://stat.gov.az/menu/6/statistical_yearbooks/source/stat-yearbook_2024.pdf
- [11] https://baku.diplo.de/az-de/konsularservice/hilfe-fuer-deutsche-2009370
- [12] https://www.numbeo.com/crime/in/Sumgayit-Azerbaijan






