Zuletzt aktualisiert am 28.09.2026
Tunesien gehört seit Jahrzehnten zu den klassischen Urlaubszielen am Mittelmeer. Viele Reisende verbringen ihren Urlaub in Hammamet, Sousse oder auf Djerba, wo der Tourismus gut entwickelt ist. Trotzdem ist die Sicherheitslage nicht im ganzen Land gleich: Während die bekannten Ferienregionen meist gut bereisbar sind, gelten für einige Grenz-, Gebirgs- und Wüstengebiete deutlich strengere Reisehinweise.[3][4]
Kurz gesagt: Tunesien ist für Touristen nur bedingt sicher. Bekannte Urlaubsorte wie Hammamet, Monastir, Djerba, Sousse und Tunis sind mit erhöhter Aufmerksamkeit gut bereisbar. Mehrere Grenz-, Gebirgs- und Wüstenregionen sind jedoch deutlich riskanter und sollten nach den aktuellen Hinweisen des Auswärtigen Amts gemieden werden.[3]
Im touristischen Alltag stehen vor allem Taschendiebstahl, Betrugsversuche und Straßenverkehr im Vordergrund. Gleichzeitig besteht weiterhin ein erhöhtes Terrorismusrisiko, weshalb Reisende aktuelle Sicherheitshinweise beachten und größere Menschenansammlungen sowie gesperrte Gebiete meiden sollten.[3][5]
Kriminalitätsindex von Tunesien

Quelle Numbeo
Nach den aktuellen Daten von Numbeo liegt der Kriminalitätsindex von Tunesien bei 44,45 Punkten. Der Sicherheitsindex erreicht 55,58 Punkte.[1]
| Kriminalitätsindex | 44,45 |
| Sicherheitsindex | 55,55 |
| Sicherheit allein tagsüber | 72,30 – hoch |
| Sicherheit allein nachts | 46,62 – moderat |
| Mitwirkende | 364 |
| Letzte Aktualisierung | September 2026 |
* Die Werte entsprechen dem jeweiligen Stand der Quellen und können sich im Laufe der Zeit verändern.
Die Numbeo-Daten beruhen auf den Einschätzungen von Besuchern der Plattform während der vergangenen drei Jahre und stellen keine amtliche Kriminalitätsstatistik dar. Auffällig ist der deutliche Unterschied zwischen dem Sicherheitsgefühl am Tag und in der Nacht.[1]
Die private Reise-Sicherheitsplattform TravelSafe Abroad bewertet Tunesien mit einem Safety Index von 53 von 100 Punkten. Die Bewertung wurde zuletzt am 2. Januar 2026 aktualisiert.[2]
Numbeo und TravelSafe Abroad verwenden unterschiedliche Bewertungsmethoden und sollten deshalb nicht direkt miteinander verrechnet werden. Für die konkrete Reiseplanung sind insbesondere die aktuellen regionalen Hinweise offizieller Behörden entscheidend.
Gibt es aktuell eine Reisewarnung für Tunesien?
Für Tunesien besteht derzeit keine landesweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Von Reisen in mehrere Grenz-, Gebirgs- und Wüstenregionen wird jedoch ausdrücklich abgeraten.[3]
Auch andere Behörden unterscheiden deutlich nach Region. Das US-Außenministerium führt Tunesien aktuell auf Level 2 – Exercise Increased Caution, während das britische FCDO für mehrere Gebiete im Westen und Süden ausdrücklich von Reisen abrät.[4][6]
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Welche Regionen in Tunesien sollte man meiden?
Die größten Sicherheitsunterschiede bestehen zwischen den klassischen Urlaubsorten an der Küste und einigen Grenz-, Berg- und Wüstengebieten. Für die folgenden Regionen gelten besonders weitreichende Hinweise.[3][4]
| Südlich und südöstlich der Linie Tozeur/Nafta – Douz – Ksar Ghilane – Tataouine – Zarzis | Das Auswärtige Amt rät von Reisen in das Gebiet südlich beziehungsweise südöstlich dieser Linie ab. Abseits der touristisch erschlossenen Gebiete am Rand der Sahara besteht unter anderem ein erhöhtes Entführungsrisiko.[3] |
| Grenzgebiet zu Algerien | Das unmittelbare Grenzgebiet sollte gemieden werden. Besondere Vorsicht gilt den Gebirgsregionen zwischen Ain Draham und Kasserine, wo bewaffnete Gruppen aktiv sein können und einzelne Gebiete vermint sind.[3][4] |
| Jebel Chaambi, Jebel Selloum und Jebel Mghila | In diesen Bergregionen können bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und terroristischen Gruppen stattfinden. Das Auswärtige Amt rät von Reisen dorthin ab.[3] |
| Grenzgebiet zu Libyen | Ein etwa 20 Kilometer breiter Streifen entlang der libyschen Grenze ist teilweise militärisches Sperrgebiet. Wegen der instabilen Lage auf der anderen Seite der Grenze gelten dort besonders strenge Sicherheitsmaßnahmen.[3][4] |
| Ben Guerdane und Umgebung | Das Auswärtige Amt bezeichnet die Sicherheitslage in der Stadt und ihrer Umgebung als besonders angespannt. Das FCDO rät von Reisen nach Ben Guerdane und in die unmittelbare Umgebung ab.[3][4] |
| Individuelle Wüstentouren | Von nicht organisierten Wüstentouren rät das Auswärtige Amt ausdrücklich ab. Ausflüge in Wüstengebiete sollten nur organisiert, in Gruppen und mit ortskundigen Reiseführern erfolgen.[3] |
Die genannten Warnungen bedeuten nicht, dass der gesamte Süden Tunesiens für Touristen gesperrt ist. Entscheidend sind die genaue Route und die aktuellen regionalen Hinweise; touristisch erschlossene Orte liegen teilweise unmittelbar nördlich der Gebiete, von denen Reisen abgeraten wird.
Welche Reiseziele in Tunesien sind für Touristen geeignet?
Die klassischen Ferienregionen Tunesiens sind weiterhin gut bereisbar. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die Sicherheitskräfte ihre Präsenz in den Touristengebieten saisonal verstärken und zusätzliche mobile Sicherheitsposten an Stränden, Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Plätzen einsetzen.[3]
| Hammamet | Hammamet gehört zu den etabliertesten Badeorten des Landes und verfügt über eine ausgeprägte touristische Infrastruktur. Die Hotel- und Strandregionen eignen sich gut für einen klassischen Tunesien-Urlaub; in der Medina und an belebten Orten sollten Wertsachen wie üblich geschützt werden. |
| Monastir | Die Küstenstadt verbindet Badeurlaub mit historischen Sehenswürdigkeiten und einer gut ausgebauten touristischen Infrastruktur. Der aktuelle Numbeo-Kriminalitätsindex fällt vergleichsweise niedrig aus, basiert allerdings nur auf einer kleinen Zahl von Bewertungen.[10] |
| Djerba | Die Insel gehört zu den wichtigsten Ferienregionen Tunesiens und bietet zahlreiche Hotels, Strände und organisierte Ausflüge. Mit den üblichen Sicherheitsmaßnahmen lässt sich Djerba gut bereisen; größere Veranstaltungen und religiöse Stätten sollten entsprechend der allgemeinen Sicherheitshinweise besucht werden.[3][5] |
| Sousse und Port El Kantaoui | Sousse und das benachbarte Port El Kantaoui gehören weiterhin zu den großen Urlaubszentren an der Mittelmeerküste. Hotels, Strände und touristische Einrichtungen sind gut erschlossen; in der Medina und in Menschenmengen ist vor allem auf Taschendiebstahl zu achten.[3] |
| Tunis, Karthago und Sidi Bou Said | Die Hauptstadtregion eignet sich gut für Kultur- und Städtereisen. Besonders Karthago und Sidi Bou Said gehören zu den wichtigsten touristischen Zielen; in der Innenstadt von Tunis, in Basaren und öffentlichen Verkehrsmitteln gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen Diebstahl.[3] |
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Die wichtigsten Risiken und Sicherheitstipps für einen Tunesien-Urlaub
In den bekannten Ferienregionen betreffen die alltäglichen Probleme überwiegend Kleinkriminalität, Betrugsversuche und Verkehr. Bei Reisen ins Landesinnere oder in Grenzregionen kommen weitere Sicherheitsaspekte hinzu.
| Taschendiebstahl und Diebstahl | Besonders in Altstädten, Souks, an Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln können Taschendiebstähle vorkommen.[3] Tragen Sie Geldbörse, Smartphone und Dokumente körpernah und nehmen Sie nur benötigtes Bargeld mit. |
| Falsche Guides und Betrugsversuche | Das Auswärtige Amt bezeichnet sogenannte „False Guides“ und aggressives Betteln als weitverbreitet.[3] Nutzen Sie für Führungen und Ausflüge etablierte Anbieter und reagieren Sie vorsichtig auf ungefragte Hilfsangebote. |
| Terrorismus | Das Risiko terroristischer Anschläge besteht weiterhin, auch wenn sich die Sicherheitslage insgesamt stabilisiert hat.[3][5] Seien Sie an touristischen Sehenswürdigkeiten, religiösen Stätten und bei größeren Menschenansammlungen aufmerksam und folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte. |
| Straßenverkehr | Im Straßenverkehr besteht laut Auswärtigem Amt eine erhöhte Unfallgefahr; Verkehrsregeln und selbst Ampeln werden nicht immer beachtet.[3] Fahren Sie defensiv und vermeiden Sie insbesondere auf Nebenstrecken Nachtfahrten. |
| Belästigung | Das FCDO berichtet insbesondere während der Sommermonate über Fälle sexueller Belästigung und Übergriffe, darunter in belebten Bereichen sowie an ruhigeren Stränden und in Parks.[5] Allein Reisende sollten abgelegene Orte vermeiden und Rückwege am Abend im Voraus planen. |
| Demonstrationen | In Tunis und anderen Landesteilen können angekündigte oder spontane Proteste stattfinden.[3] Halten Sie Abstand zu Demonstrationen und größeren Menschenansammlungen und folgen Sie den Anweisungen örtlicher Sicherheitskräfte. |
| Wüstentouren und Entführungsrisiko | Abseits der touristisch erschlossenen Sahara-Gebiete und insbesondere in Grenzregionen besteht ein erhöhtes Entführungsrisiko.[3] Unternehmen Sie Wüsten- und Offroad-Touren nur organisiert mit ortskundigen Führern. |
| Hitze sowie Strom- und Wasserausfälle | Aufgrund sehr hoher Temperaturen kann es aktuell zeitweise zu Stromabschaltungen kommen, die auch Klimaanlagen, Mobilfunk, Internet, Wasserversorgung und Kartenzahlungen beeinträchtigen können.[3][5] Halten Sie ausreichend Trinkwasser bereit und informieren Sie sich bei Ihrer Unterkunft über lokale Einschränkungen. |
| Sandstürme und Überflutungen | In der Sahara sind Staub- und Sandstürme möglich, während insbesondere in den Wintermonaten landesweit Überflutungen auftreten können.[3] Prüfen Sie vor längeren Fahrten Wetterwarnungen und respektieren Sie Straßensperren. |
| Fotografieren und Drohnen | Militärische oder polizeiliche Anlagen, öffentliche Gebäude und andere sicherheitssensible Einrichtungen dürfen nicht fotografiert werden. Auch Einfuhr und Verwendung von Drohnen können erhebliche rechtliche Probleme verursachen.[3] Verzichten Sie im Zweifel auf Aufnahmen und informieren Sie sich vor einer Drohnenreise über die geltenden Genehmigungen. |
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Kriminalitätsindex ausgewählter Reiseziele in Tunesien
Numbeo veröffentlicht für mehrere wichtige tunesische Reiseziele eigene Daten. Die folgende Übersicht verwendet ausschließlich den Kriminalitätsindex, damit die Werte untereinander vergleichbar bleiben.[7][8][9][10][11]
| Sousse | 54,45 |
| Tunis | 48,06 |
| Djerba | 39,22 |
| Monastir | 22,17 |
| Hammamet | 20,67 |
* Die Werte entsprechen dem jeweiligen Stand der Quellen und können sich im Laufe der Zeit verändern.
Sousse weist in diesem Vergleich den höchsten Kriminalitätsindex auf. Hammamet und Monastir schneiden deutlich sicherer ab. Die Werte beruhen je nach Ort jedoch auf unterschiedlich großen Stichproben.[7][8][9][10][11]
Die Daten bilden Nutzerwahrnehmungen ab und sind keine amtliche Kriminalitätsstatistik. Sie eignen sich deshalb vor allem als zusätzliche Orientierung innerhalb Tunesiens.
Wo in Tunesien übernachten? Die besten Unterkünfte
Für einen klassischen Badeurlaub bieten sich vor allem die Ferienregionen an der Mittelmeerküste und auf Djerba an. Tunis eignet sich dagegen besonders für Reisende, die Kultur, Geschichte und Städtereise miteinander verbinden möchten.
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Tunesien mit geführten Touren erkunden
Geführte Ausflüge werden unter anderem in Tunis und Karthago, rund um Hammamet und Sousse sowie auf Djerba angeboten. Bei Fahrten in Richtung Sahara sind organisierte Touren besonders sinnvoll, da das Auswärtige Amt von individuellen, nicht organisierten Wüstentouren ausdrücklich abrät.[3]
Notrufnummern in Tunesien
Je nach Aufenthaltsort sind Polizei oder Nationalgarde zuständig. Die folgenden Nummern werden vom britischen Außenministerium für Tunesien angegeben.[12]
| Rettungsdienst | 190 |
| Polizei in Städten | 197 |
| Feuerwehr / Verkehrsunfälle | 198 |
| Nationalgarde in ländlichen Gebieten | 193 |
| Deutsche Botschaft Tunis – Bereitschaftsdienst | +216 98 305 090 |
Der Bereitschaftsdienst der Deutschen Botschaft ist außerhalb der Öffnungszeiten für dringende konsularische Notfälle deutscher Staatsangehöriger erreichbar. Aktuelle Kontaktdaten finden Sie auf der Website der Deutschen Botschaft Tunis.[13]
Schlusswort
Tunesien ist für Urlauber nicht grundsätzlich gefährlich, aber auch nicht in allen Landesteilen gleich sicher. Die bekannten Ferienorte an der Küste und auf Djerba sind gut erschlossen und können mit erhöhter Aufmerksamkeit bereist werden.
Deutlich anders ist die Lage in einigen Grenz-, Gebirgs- und Wüstenregionen. Dort bestehen Risiken durch Terrorismus, Entführungen und die instabile Lage entlang der Nachbargrenzen, weshalb das Auswärtige Amt von Reisen in mehrere Gebiete ausdrücklich abrät.[3]
Für einen gewöhnlichen Urlaub in Hammamet, Monastir, Sousse, Tunis oder auf Djerba sind dagegen vor allem Kleinkriminalität, Verkehr, Betrugsversuche und allgemeine Wachsamkeit relevant. Wer die offiziellen Regionalhinweise beachtet, Wertsachen schützt und Ausflüge in entlegene Gebiete sorgfältig plant, kann die wichtigsten touristischen Regionen Tunesiens gut bereisen.
Verwendete Quellen:
- [1] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/land/Tunesien
- [2] https://www.travelsafe-abroad.com/tunisia/
- [3] https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/tunesiensicherheit-219024
- [4] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/tunisia/regional-risks
- [5] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/tunisia/safety-and-security
- [6] https://travel.state.gov/en/international-travel/travel-advisories/tunisia.html
- [7] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Tunis
- [8] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Sousse
- [9] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Djerba-Tunesien
- [10] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Monastir-Tunesien
- [11] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/stadt/Hammamet
- [12] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/tunisia/getting-help
- [13] https://tunis.diplo.de/tn-de/service/hilfe-fuer-deutsche-1514880






