Zuletzt aktualisiert am 26.09.2026
Lemuren, Baobab-Alleen, Regenwälder und abgelegene Strände machen Madagaskar zu einem außergewöhnlichen Reiseziel. Wer die Insel bereist, sollte die Route jedoch nicht nur nach Sehenswürdigkeiten planen: bewaffnete Überfälle, schwierige Straßenverhältnisse und einzelne besonders kriminalitätsbelastete Gebiete beeinflussen die Reiseplanung deutlich.[3][4]
Kurz gesagt: Madagaskar ist für Touristen nur bedingt sicher. In bekannten touristischen Gebieten ist ein Urlaub mit erhöhter Vorsicht und guter Vorbereitung möglich. Außerhalb dieser Gebiete ist das Sicherheitsrisiko deutlich höher, sodass Madagaskar insgesamt nicht als sicheres Reiseland gilt.[3]
Besonders wichtig sind sichere Transfers und die Wahl der Route. Nachtfahrten sollten unbedingt vermieden werden, da es auf wichtigen Überlandstraßen zunehmend zu Überfällen kommt. In touristischen Gebieten ist Reisen weiterhin möglich, jedoch sollten aktuelle Behördenhinweise und lokale Empfehlungen konsequent berücksichtigt werden.[3][4]
Kriminalitätsindex von Madagaskar

Quelle Numbeo
Nach den derzeit auf Numbeo veröffentlichten Daten liegt der Kriminalitätsindex von Madagaskar bei 62,25 Punkten. Der Sicherheitsindex erreicht 37,75 Punkte.[1]
| Kriminalitätsindex | 62,25 |
| Sicherheitsindex | 37,75 |
| Sicherheit allein tagsüber | 57,50 – moderat |
| Sicherheit allein nachts | 16,67 – sehr niedrig |
| Mitwirkende | 30 |
| Letzte Aktualisierung | Mai 2025 |
* Die Werte entsprechen dem jeweiligen Stand der Quellen und können sich im Laufe der Zeit verändern.
Die Numbeo-Daten beruhen auf den Einschätzungen von Besuchern der Plattform während der vergangenen drei Jahre und sind keine amtliche Kriminalitätsstatistik. Wichtig ist hier auch der Datenstand: Numbeo weist für Madagaskar derzeit weiterhin Mai 2025 als letzte Aktualisierung aus.[1]
Auch TravelSafe Abroad bewertet die Sicherheit Madagaskars zurückhaltend. Die private Reise-Sicherheitsplattform vergibt einen Safety Index von 49 von 100 Punkten; die Bewertung wurde zuletzt am 20. Dezember 2025 aktualisiert.[2]
Numbeo und TravelSafe Abroad verwenden unterschiedliche Methoden und sollten deshalb nicht direkt miteinander verrechnet werden. Für die aktuelle Lage sind ohnehin die laufend aktualisierten offiziellen Reisehinweise aussagekräftiger.
Gibt es aktuell eine Reisewarnung für Madagaskar?
Für Madagaskar besteht derzeit keine landesweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Von mehreren besonders kriminalitätsbelasteten Orten wird jedoch ausdrücklich abgeraten.[3]
Nach den schweren Protesten im September 2025 hat sich die innenpolitische Sicherheitslage weitgehend beruhigt. Kurzfristige Demonstrationen und gewaltsame Auseinandersetzungen sind dennoch weiterhin möglich.[3] Die besonders problematischen Reisegebiete sind in der folgenden Übersicht aufgeführt.
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Welche Regionen in Madagaskar sollte man meiden?
Das Sicherheitsrisiko ist innerhalb Madagaskars nicht überall gleich hoch. Bei einigen Orten rät bereits das Auswärtige Amt vom Besuch ab, während US-amerikanische und britische Behörden zusätzlich vor bestimmten Straßen und Regionen warnen.[3][5][6]
| Battery Beach bei Toliara | Vom Besuch des nördlich von Toliara gelegenen Strandes rät das Auswärtige Amt wegen der hohen Kriminalitätsbelastung ausdrücklich ab.[3] |
| Flussufer des Tsiribihina | Das Auswärtige Amt rät vom Besuch der Flussufer ab.[3] Auf dem Tsiribihina wurden außerdem bereits Boote von bewaffneten Kriminellen überfallen und Passagiere ausgeraubt.[4] |
| Pic Saint-Louis | Auch vom Besuch des Pic Saint-Louis wird aufgrund der hohen Kriminalitätsbelastung ausdrücklich abgeraten.[3] |
| Betroka und Teile der Region Anosy | Bewaffnete Viehdieb-Banden, sogenannte Dahalo, führen in dieser Region immer wieder zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften.[3] Die USA empfehlen für Betroka, Reisen zu überdenken.[6] |
| Tsaratanana in der Region Betsiboka | Das US-Außenministerium stuft die Gegend aufgrund von bewaffneten Überfällen, Banditentum, Entführungen und begrenzten Polizeikapazitäten als Gebiet ein, für das Reisen überdacht werden sollten.[6] |
| Bestimmte Überlandstraßen im Westen und Süden | Besondere Vorsicht gilt unter anderem auf der Verbindung Tsiroanomandidy–Maintirano sowie auf Abschnitten der RN34, RN13, RN35, RN7, RN27 und RN10. Bewaffnete Straßenüberfälle kommen vor, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit.[5][6] |
| Südliches Menabe | Für Teile der Menabe-Region südlich von Morondava empfiehlt das US-Außenministerium wegen der Kriminalitätslage, eine Reise nochmals zu überdenken.[6] |
Die Warnungen betreffen damit nicht die gesamte Insel. Entscheidend ist, nicht spontan in abgelegene Regionen weiterzufahren, sondern längere Strecken vorher mit Unterkunft, Fahrer oder einem etablierten Reiseveranstalter abzustimmen.
Welche Reiseziele in Madagaskar sind für Touristen geeignet?
Viele der bekanntesten Reiseziele können weiterhin besucht werden, verlangen aber teilweise deutlich mehr Planung als klassische Pauschalreiseziele. Besonders wichtig sind sichere Transfers, Tageslicht und lokale Informationen.
| Ranomafana-Nationalpark | Der Ranomafana-Nationalpark gehört zu den bekanntesten Naturzielen Madagaskars und ist besonders für Regenwaldwanderungen und Lemurenbeobachtungen beliebt. Besucher sollten die ausgewiesenen Wege nutzen und Touren mit offiziellen lokalen Guides unternehmen. |
| Nosy Be | Nosy Be gehört zu den wichtigsten und am besten erschlossenen Urlaubszielen Madagaskars. Die Insel eignet sich besonders für Badeurlaub, Bootsausflüge und organisierte Aktivitäten. Mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen können sich Touristen hier gut bewegen; lediglich abgelegene Strände sollten insbesondere allein und nach Einbruch der Dunkelheit gemieden werden.[4][8] |
| Antsirabe | Die Stadt im zentralen Hochland ist ein üblicher Zwischenstopp auf Rundreisen. Die An- und Weiterreise sollte möglichst bei Tageslicht erfolgen, da das Auswärtige Amt Nachtfahrten auf Überlandstrecken ausdrücklich vermeiden lässt.[3] |
| Andasibe-Mantadia | Die Nationalparkregion ist besonders für Lemurenbeobachtungen bekannt. In abgelegenen Regionen empfiehlt das Auswärtige Amt grundsätzlich einen madagassischsprachigen Führer; markierte Routen und lokale Anweisungen sollten eingehalten werden.[3] |
| Morondava | Morondava ist Ausgangspunkt für die Baobab-Allee und weitere Ziele im Westen. Die Stadt selbst ist ein etabliertes Reiseziel, bei Weiterfahrten nach Süden oder ins Landesinnere müssen jedoch aktuelle Hinweise zu Straßenüberfällen und zur Menabe-Region berücksichtigt werden.[5][6] |
| Sainte-Marie | Die Insel ist ein bekanntes Küstenreiseziel. Bei der Anreise per Fähre sollte auf Wetter, Betreiber und Auslastung geachtet werden, da es in Madagaskar bereits Fährunglücke durch Überladung, schlechte Wartung und plötzliches Unwetter gegeben hat.[4] |
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Die wichtigsten Risiken und Sicherheitstipps für einen Madagaskar-Urlaub
Die Sicherheitslage erfordert vor allem eine gute Vorbereitung der täglichen Wege. Neben bewaffneten Überfällen und Diebstahl spielen Naturgefahren, eingeschränkte Infrastruktur und gesundheitliche Risiken eine wichtige Rolle.[3][4]
| Bewaffnete Überfälle und Diebstahl | Taschendiebstähle sind häufig, und bewaffnete Überfälle haben laut Auswärtigem Amt auch tagsüber deutlich zugenommen.[3] Tragen Sie nur benötigtes Bargeld bei sich, zeigen Sie Wertgegenstände nicht offen und leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand. |
| Nachtfahrten und Straßenüberfälle | Auf wichtigen Überlandstraßen kommt es zunehmend zu Überfällen, vor allem nachts.[3] Planen Sie längere Fahrten so, dass das Ziel vor Einbruch der Dunkelheit erreicht wird, und nutzen Sie auf schwierigen Strecken einen zuverlässigen Fahrer oder Reiseveranstalter. |
| Überlandbusse und Sammeltaxis | Das britische Außenministerium rät wegen Überfall- und Unfallrisiken von den sogenannten Taxi-Brousses ab.[4] Nutzen Sie nach Möglichkeit vorab organisierte Transfers, Hoteltaxis oder einen anerkannten Anbieter. |
| Entführungen und Vermisstenfälle | In Antananarivo und Umgebung werden seit Mai 2026 vermehrt entsprechende Fälle gemeldet; betroffen sind vor allem Minderjährige, vereinzelt auch Erwachsene.[3] Kinder und Jugendliche sollten dort nicht unbeaufsichtigt bleiben und aktuelle lokale Hinweise sollten beachtet werden. |
| Demonstrationen und Menschenansammlungen | Nach den schweren Protesten von 2025 hat sich die Lage beruhigt, kurzfristige Demonstrationen sind jedoch weiterhin möglich.[3] Meiden Sie spontane Menschenansammlungen und entfernen Sie sich frühzeitig, wenn Sicherheitskräfte aufziehen. |
| Zyklone, Überschwemmungen und Erdrutsche | Von Dezember bis April ist Wirbelsturm-Saison; heftige Regenfälle können Straßen unpassierbar machen und abgelegene Regionen abschneiden.[3] Prüfen Sie Wetterwarnungen vor längeren Fahrten und verschieben Sie Touren bei offiziellen Warnungen. |
| Wandern und abgelegene Naturgebiete | Entlegene Regionen sollten nach Empfehlung des Auswärtigen Amts nicht ohne madagassischsprachigen Führer besucht werden.[3] Im Isalo-Massiv sollten die Schluchten während der Regenzeit wegen gefährlicher Sturzfluten gemieden werden. |
| Malaria und medizinische Versorgung | Malaria kommt ganzjährig im gesamten Land einschließlich der Städte vor; gleichzeitig ist die medizinische Versorgung außerhalb Antananarivos stark eingeschränkt.[3] Lassen Sie sich vor der Reise medizinisch beraten, sorgen Sie für konsequenten Mückenschutz und einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz. |
| Fähren und Flussfahrten | Auf dem Tsiribihina wurden Reisende bereits auf Booten ausgeraubt, während bei Fährverbindungen zusätzlich technische und wetterbedingte Risiken bestehen.[4] Informieren Sie sich vor Bootsfahrten über die aktuelle Lage und nutzen Sie etablierte Betreiber. |
| Lokale Regeln und Fotografieren | Militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen wie Flughäfen, Brücken und Regierungsgebäude dürfen nicht fotografiert werden.[3] Beachten Sie außerdem lokale „Fady“-Tabus und fragen Sie im Zweifel einen ortskundigen Führer. |
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Sicherheitsindex ausgewählter Reiseziele in Madagaskar
Für viele madagassische Städte veröffentlicht Numbeo derzeit keine ausreichend belastbaren separaten Stadtwerte. Deshalb verwenden wir für diesen Vergleich die nach derselben Methode berechneten Sicherheitswerte von The World Travel Index für drei bekannte Reiseziele.[7][8][9]
Die 2026 veröffentlichten Bewertungen beruhen dort auf einer Auswertung von Standortdaten aus dem Jahr 2025 und bilden vor allem die wahrgenommene Kriminalität und persönliche Sicherheit ab. Aktuelle behördliche Warnungen sind darin nicht vollständig enthalten.[7][8][9]
| Antananarivo | 46,35 |
| Nosy Be | 58,85 |
| Sainte-Marie | 66,42 |
* Die Werte entsprechen dem jeweiligen Stand der Quellen und können sich im Laufe der Zeit verändern.
Unter den drei verglichenen Reisezielen weist Antananarivo den niedrigsten Sicherheitswert auf. Die Werte dienen ausschließlich als zusätzliche Orientierung und ersetzen weder offizielle Reisehinweise noch die Prüfung der konkreten Route.[7][8][9]
Wo in Madagaskar übernachten? Die besten Unterkünfte
Je nach Reiseroute kommen auf Madagaskar sehr unterschiedliche Ausgangspunkte infrage. Die folgende Übersicht umfasst einige der wichtigsten touristischen Reiseziele der Insel.
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Madagaskar mit geführten Touren erkunden
Organisierte Touren sind auf Madagaskar besonders bei längeren Überlandstrecken und abgelegenen Naturzielen sinnvoll. Angebote gibt es unter anderem rund um Antananarivo, Andasibe-Mantadia, Morondava und Nosy Be; für entlegene Regionen empfiehlt sich ohnehin ein ortskundiger Führer.
Notrufnummern in Madagaskar
Bei einem Notfall unterscheiden sich die Nummern teilweise danach, ob vom Festnetz oder Mobiltelefon angerufen wird. Für deutsche Staatsangehörige steht außerhalb der Öffnungszeiten zusätzlich der Bereitschaftsdienst der Deutschen Botschaft Antananarivo zur Verfügung.[10][11]
| Polizei / medizinischer Notfall | 17 / mobil 117 |
| Polizeistation direkt | 19 / mobil 119 |
| Feuerwehr | 18 / mobil 118 |
| Deutsche Botschaft – Bereitschaftsdienst | +261 37 03 457 39 |
Der Bereitschaftsdienst ist für dringende konsularische Notfälle wie Passverlust, Unfall oder Todesfall vorgesehen. Aktuelle Kontaktdaten finden Sie auf der Website der Deutschen Botschaft Antananarivo.[11]
Schlusswort
Madagaskar ist kein Reiseziel, bei dem Sicherheitsfragen vollständig in den Hintergrund treten können. Bewaffnete Überfälle, Straßenkriminalität und schwierige Überlandfahrten erfordern mehr Planung als bei vielen klassischen Urlaubsreisen.[3][4]
Das bedeutet jedoch nicht, dass touristische Reisen grundsätzlich vermieden werden müssen. Bekannte Ziele wie Nosy Be, Andasibe, Antsirabe oder Morondava können mit einer sorgfältig geplanten Route und zuverlässigen Transfers besucht werden. Bestimmte besonders belastete Gebiete wie Battery Beach, die Ufer des Tsiribihina und Pic Saint-Louis sollten dagegen gemieden werden.[3]
Wer Nachtfahrten vermeidet, bei abgelegenen Strecken auf lokale oder professionelle Unterstützung setzt, Wertsachen unauffällig trägt und Wetter- sowie Sicherheitshinweise verfolgt, kann viele der wichtigsten Risiken deutlich reduzieren.
Verwendete Quellen:
- [1] https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/land/Madagaskar
- [2] https://www.travelsafe-abroad.com/madagascar/
- [3] https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/madagaskarsicherheit-207960
- [4] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/madagascar/safety-and-security
- [5] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/madagascar/regional-risks
- [6] https://travel.state.gov/en/international-travel/travel-advisories/madagascar.html
- [7] https://theworldtravelindex.com/de/afrika/madagaskar/antananarivo/ist-antananarivo-sicher
- [8] https://theworldtravelindex.com/de/afrika/madagaskar/nosy-be/ist-nosy-be-sicher
- [9] https://theworldtravelindex.com/de/afrika/madagaskar/sainte-marie/ist-sainte-marie-sicher
- [10] https://www.gov.uk/foreign-travel-advice/madagascar/getting-help
- [11] https://antananarivo.diplo.de/mg-de/01-ueber-uns






